Die besterhaltenen Bauwerke des alten Rom

„Alle Wege führen nach Rom“. Dieses Sprichwort hat einen ganz praktischen Ursprung. Im römischen Reich führten wirklich alle größeren, befestigten Straßen nach Rom, bzw. kamen von dort. Schließlich bauten die Römer diese Straßen, um ihr riesiges Herrschaftsgebiet zu kontrollieren und umfassenden Handel zu treiben.

Die Römer konnten aber bei Weitem nicht nur Straßen bauen. Viele beeindruckende Bauwerke aus der Römerzeit können heute noch besichtigt oder zumindest ihre Ruinen entdeckt werden. Ganz oben auf dieser Liste steht natürlich das Kolosseum. Es ist nicht umsonst der größte Besuchermagnet der Stadt Rom.

Wer sich für das antike Rom interessiert, findet in Rom und Umgebung aber zahlreiche weitere architektonische Highlights, die einen Ausflug wert sind. In diesem Artikel zeigen wir dir dir spannendsten Bauwerke, die man heute noch anschauen kann. Es sind so viele, dass du problemlos eine ganze Woche in das alte Rom eintauchen kannst.

Forum Romanum – der Mittelpunkt des alten Rom

Kultureller, politischer und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Städte im römischen Reich war jeweils das Forum. In Rom das Forum Romanum. Heute lässt sich die frühere Pracht zwar nur noch erahnen, aber auch das ist schon beeindruckend genug.

Forum Romanum Übersicht
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Gut zu wissen: Kolosseum-Tickets beinhalten eigentlich immer auch den Zugang zum Forum Romanum.

Im Forum Romanum fanden sich zu Zeiten des Römischen Reichs die Gerichte Roms, Handelsbörsen und Markthallen für Großhändler und zahlreiche Tempel, Statuen und Paläste der jeweiligen Herrscher.

Bis heute erhalten sind außerdem einige Triumphbögen: der Konstantinsbogen, der Titusbogen und der Septimius Severus-Bogen.

Tempel und Paläste auf dem Palatinhügel

Der Palatinhügel selbst ist zwar kein Bauwerk im eigentlichen Sinne, aufgrund seiner Lage entstanden hier zu Zeiten des römischen Reichs aber die Residenzen und Paläste verschiedener römischer Kaiser. Zuerst wurde der Palatinhügel unter Kaiser Augustus zur kaiserlichen Residenz. Das Haus des Augustus und das Haus der Livia (Augustus Frau), können noch heute zum Teil besichtigt werden.

Auch der Palatinhügel ist in den Kollosseum-Tickets enthalten. Ausführliche Info zum Palatin früher und heute in unserem Artikel über den Palatinhügel

Circus Maximus – der größte Veranstaltungsort des antiken Roms

Der Circus Maximus war und ist bekannt als größtes „Stadion“ des römischen Reichs mit Platz für bis zu 250.000 Zuschauer. Das schaffen nicht mal die größten Fußballstadien heutzutage.

Gebaut wurde der Circus Maximus vorwiegend für die spektakulären Wagenrennen der Römer.

Heute sind leider nur noch wenige Teile der alten Gebäude erhalten. Es gibt aber mittlerweile die Möglichkeit, den Circus Maximus vor Ort mittels Virtual Reality quasi live zu erleben. Mehr Info zu dieser Tour und zum Circus Maximus in diesem Artikel.

Pantheon – das besterhaltene Bauwerk der römischen Antike

Das Pantheon gehört zu den bekanntesten Bauwerken des alten Roms, obwohl bis heute nicht ganz klar ist, wofür es eigentlich gebaut wurde.

Pantheon Rom
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Das Pantheon wurde auf dem Marsfeld, vor den früheren Stadttoren Roms, wahrscheinlich noch Kaiser Trajan begonnen. Fertiggestellt wurde es auf jeden Fall unter dem folgenden Kaiser Hadrian, ungefähr 125-128 n. Chr.

Genutzt wurde das Pantheon zu Zeiten des alten Roms vorwiegend als religiöse Stätte. Es gibt aber wenig Belege dafür, für welche griechischen Götter. Historiker mutmaßen, dass es ursprünglich eher zu politischen Zwecken gebaut wurde, weil der Grundriss für religiöse Stätten damaliger Zeiten ungewöhnlich war. Genau lässt sich das aber nicht belegen.

Seit vermutlich 609 n.Chr. ist das Pantheon eine christliche Kirche, nachdem Kaiser Phokas es Papst Bonifatius IV geschenkt hatte. Diese kirchliche Geschichte ist vermutlich der Grund dafür, dass das Pantheon bis heute so gut erhalten ist.

Das Pantheon kann natürlich besichtigt werden. Skip-the-line-Tickets gibt’s hier.

Marcellus-Theater

Das Marcellus-Theater wurde gut 80 Jahre vor dem Kolosseum gebaut und diente zum Teil auch als Vorbild für das bekannte Amphitheater, was bis heute noch gut zu sehen ist.

Es war mit Kapazität für 10.000 – 15.000 Zuschauer eines der größten antiken Theater in Rom. Begonnen wurde der Bau von Caesar, fertiggestellt wurde das Marcellus-Theater von Kaiser Augustus, der es seinem Neffen Marcello widmete.

Im Teatro di Marcello wurden zu Zeiten des römischen Reichs Konzerte gegeben und Theaterstücke aufgeführt. Im Mittelalter wurde das Theater umgenutzt und in Wohnräume und zum Teil Verkaufsräume umgewandelt. Bis heute wird es als Wohnhaus genutzt, im Sommer finden hier Konzerte von Musikschulen und Kulturinstituten statt. Das Marcellus-Theater kann nur von außen angesehen werden, Besichtigungen sind nicht möglich.

Caracalla-Thermen – antike Badeanlagen Roms

Die Caracalla-Thermen – Thermae Antoninianae – sind ein Highlight des antiken Roms. Die Thermen wurden ca. 216 n.Chr. gebaut und beherbergten die größten Badeanlagen im alten Rom.

Die Thermen waren allerdings viel mehr als nur „öffentliche Badeanstalt“. Es gab Bäder, Saunalandschaften und Sporträume ebenso wie Wellness-Bereiche. Die Caracalla-Thermen waren eines der prächtigsten Bauwerke der Römer, reich verziert mit Marmor, Mosaiken, Stuckarbeiten und Statuen.

Für die Wasserversorgung der Caracalla-Thermen gab es eine eigene Abzweigung vom Aquädukt Acqua Marcia: die Aqua Antoniniana. Die Thermen waren bis ca. 537 n.Chr. in Betrieb.

Die Caracalla-Thermen waren im alten Rom für alle Bürger kostenfrei zugänglich. Historiker gehen davon aus, dass diese Thermenanlage, die in einem eher ärmlichen Teil Roms am Stadtrand stand, gebaut wurde, um den Kaiser beim Volk beliebter zu machen. Eintrittskarten und Führungen findest du hier.

Aqua Virgo – das antike Aquädukt ist noch heute in Betrieb

Aqua Virgo ist zwar nur eines der 11 Aquädukte, die die Stadt früher mit Wasser versorgten. Es ist aber das einzige, dass bis heute ohne Unterbrechung in Betrieb ist. Heute wird sie Acqua Vergine oder auch Acqua di Trevi genannt und speist unter anderem den bekannten Trevi-Brunnen in Rom.

Eröffnet wurde die Aqua Virgo bereits im Jahr 19 v.Chr. als damals 6. Aquädukt Roms. Bis zur Quelle ist die Wasserleitung ca. 20km lang, wovon der Großteil unterirdisch verläuft. Nur die letzten 2 Kilometer in Rom sind tatsächlich in der bekannten oberirdischen Bogenform der römischen Aquädukte errichtet.

Antike Straßen in Rom

„Alle Wegen führen nach Rom“

Wie in der Einleitung schon angedeutet, führten im römischen Reich tatsächlich alle (wichtigen) Straßen nach Rom. Dieses befestigte Straßennetz ist eine unglaubliche Errungenschaft der Römer, die den Handel mit den beherrschten Gebieten überhaupt erst ermöglichte. Einige dieser antiken Straßen können wir heute noch in der Stadt bestaunen.

Via Appia Antica

Die Via Appia Antica in Rom stellt den Verlauf der alten Via Appia dar, die bereits gut 300 Jahre vor Christus begonnen wurde und deren Verlauf noch heute zum wichtigen Fernwegenetz Italiens gehört.

Via Appia Antica - Römisches Reich
KI-generiert, nur zur Veranschaulichung

Die Via Appia Antica in Rom gilt als längstes Museum der Welt, weil an ihr unglaublich viele historische Bauwerke und Grabmäler zu finden sind. Grabmäler vor allem deshalb, weil innerhalb der Stadtmauern normalerweise keine Toten begraben werden durften.

Die Via Appia verband ursprünglich Rom mit der „nur“ rund Kilometer entfernten Stadt Capua. Zu damaliger Zeit war das allerdings ein wichtiger Meilenstein, denn die Reise verkürzte sich auf nur noch 5-6 Tage. Ca. 190 v.Chr. wurde die Via Appia bis nach Brundisium (heute Brindisi) verlängert. Brindisi wurde damals zum wichtigsten Handelsplatz für Sklaven und Waren aus dem Orient.

Den ersten Meilenstein der Via Appia findest du in Rom an der Porta San Sebastiano. Entlang der Via Appia finden sich zahlreiche Grabmäler und einige Katakomben, die besichtigt werden können. Auch die Villa Quintili, die Residenz des Kaisers Commodus, liegt an der Via Appia und kann besichtigt werden.

Um die Via Appia zu entdecken empfiehlt sich eine Radtour, denn für einen Spaziergang ist sie einfach zu lang. Es gibt zahlreiche geführte Radtouren, auch ganz entspannt mit dem E-Bike. Hier findest du zahlreiche Touren & Tickets

Antike Katakomben

In Rom gibt es mehr als 60 Katakomben, in denen die Toten bestattet wurden und die auch heute noch recht gut erhalten sind. Übrigens ein Brauch, den die christliche Bevölkerung Roms von der jüdischen Gemeinde übernahm.

Die Katakomben wurden in mehreren unterirdischen Ebenen angelegt, weil sie die oberirdischen Grenzen des jeweiligen Areals nicht überschreiten durften.

Einige Katakomben sind der Öffentlichkeit zugänglich und können besichtigt werden. Die bekanntesten liegen an der Via Appia Antica, der Via Salaria und der Via Labicana:

  • Sebastian-Katakombe, Calixtus-Katakombe und Domitilla-Katakombe (Via Appia)
  • Marcellinus- und Petrus-Katakombe an der alten Via Labicana, heute Via Casilina
  • Agnes-Katakombe an der Via Nomentana
  • Priscilla-Katakombe an der Via Salaria

Ostia Antica – Hafenstadt des alten Rom

30 Kilometer vom Zentrum Roms entfernt liegt Ostia Antica, die Ausgrabungsstätte des antiken Ostia. Zu Ostias Hochzeiten im Römischen Reich lag die Hafenstadt direkt am Meer.

Ostia Antica Römisches Reich
KI-generiert, nur zur Veranschaulichung

Die Hafenstadt wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. in der Römischen Königszeit als Handels- und Militärstützpunkt gegründet. Ostia erreichte im 2 Jahrhundert n.Chr. 75.000 – 100.000 Einwohner. Im Hafen gab es riesige Getreidespeicher, die die Versorgung der römischen Bevölkerung sicherstellten.

Über Ostias Hafen kamen auch wilde Tiere aus Afrika nach Rom, die u.a. im Kolosseum eingesetzt wurden.

Der Parco Archeologico di Ostia Antica ist ein beliebtes Ausflugsziel für alle Geschichtsinteressierten. Von Rom aus erreichst du Ostia Antica mit dem Auto in 30 Minuten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in ca. 45 Minuten.

Der Park ist Dienstags – Sonntags geöffnet. Tickets können online bestellt werden.

Von Rom aus gibt es zahlreiche Tages- und Halbtagsausflüge nach Ostia Antica. Du kannst aber auch den Roma Pass (mit 1 oder 2 Sehenswürdigkeiten) für Ostia Antica nutzen. Im Roma Pass ist der ÖPNV ohnehin enthalten.

Tipp: Ostia Antica ist ein ganz eigenes Highlight mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Es lohnt sich, genug Zeit einzuplanen und zum Beispiel einen ganzen Tag hier zu verbringen. Wer mag, beendet den Tag einen Katzensprung weiter am Strand von Ostia (Ostia Lido).

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